Frühlingsliebe

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Schönes Frühlingsgedicht von Joseph Zedlitz und weitere Gedichte zur
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Frühlingsliebe

Ich stand, ein dürrer Baum,
Vom Winterfrost entlaubet,
Im eingehegten Raum,
All meines Schmucks beraubet;
Da hat mit lindem Kusse
Mich Liebeslenz berührt,
Und mit dem süssen Grusse
Mir Leben zugeführt!

Und alle Knospen, seht,
Sie sind nun aufgeweht,
Und überdeckt mit Blüthen
Steh' ich in Maienpracht,
Vom Licht hell angelacht,
Und möcht' mit allen Zweigen
Mich hin zur Liebsten neigen! –

Sie steht, ein andrer Baum,
Entfernt im Gartenraum,
Am Tage ist sie still,
Doch kommt die Nacht, im Düstern
Hör' ich sie leise flüstern,
Und frage, was sie will?

Da, durch die kühle Ruh',
Haucht sie mir lispelnd zu:
"Fühlst Du wie ich ein Sehnen,
Fühlst Du der Trennung Harm?
Fühlst Du wie ich ein Drängen,
Am Herzen Herz zu hängen,
Am Arm verstrickt in Arm?"

Und wie wir kosen, klagen,
Und Eins dem Andern sagen,
Wie wir, so nah' uns gern,
Doch immerdar so fern:
Da hebt sich sanft und lind
Ein Lüftchen, und wir lauschen
Entzückt dem süssen Rauschen!

Und Lüftchen eilt geschwind,
Auf seinen Schwingen bringt
Den Staub es meiner Blumen
Zu Liebchens Heiligthumen,
Und süsser Schauer dringt
Vom Stamm nach allen Zweigen!

"Mein bist Du!" rauscht es nieder –
"Und ewig ich Dein eigen!"
So tönt es hin und wieder;
Und Thrän' auf Thräne hell,
Die wir entzücket weinen,
Wir sehen sie versteinen
Zu duft'gem Harze schnell! –
Die Sterne aber sehen
In wonnesel'ger Nacht
Die zarteste der Ehen
Geheimnisreich vollbracht! –

- Joseph Christian von Zedlitz 1790-1862, österreichischer Schriftsteller -



Kurzbiografie

Geboren am 28. Februar 1790 Schloss Johannisberg
(Österreichisch-Schlesien);

Gestorben am 16. März 1862 in Wien.

Zedlitz wählte nach der Schulzeit in Breslau die militärische
Laufbahn bis nach den Schlachten von Aspern und Wagram.
Durch die Ehe mit Ernestine von Lipthai war er finanziell
abgesichtert und konnte sich bis ans Lebensende der
Literatur widmen.

Seit 1837 gehörte er der österreichischen Staatskanzlei und
dem weiteren Kreis um Metternich an.

Ab 1838 schrieb er Korrespondenzartikel in der Augsburger
"Allgemeinen Zeitung" und Flugschriften zu politischen Fragen.

1848 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen, kehrte aber
1851 als Ministerresident zurück.

Quelle: Gutenberg-Spiegel






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Froher Besitz


Einst war auf umrollender Welt
Wechselndes Treiben
Mein Auge gerichtet, mein Sinn gestellt:
Nun lass ich's bleiben!

Fort im behaglichen Müssiggang
Leb' ich die Tage,
Dass um der Zeiten Begebniss und Drang
Nimmer ich frage!

König bin ich im höchsten Reich,
Regier' in Wonne;
Keine Kron' ist der meinen gleich
Unter der Sonne!

Nicht um das alte Liebchen des Stiers,
Europa, tausch' ich
Meine Liebst'! Auf das Brüllen des Thiers
Nicht länger lausch' ich!

Auch nicht auf das verweinte Gesicht
Der betrogenen Schönen,
Die statt Kränzen nun Dornen dicht
Umfangen und krönen!

Sie ist gewandert aus Hand in Hand,
Aus schlechter in schlechte;
Nimmer ein treuer Buhle sich fand,
Nie kam der rechte!

Was soll des thörichten Weibes Schrei'n
Länger mich stören!
Meiner Liebsten nur ganz allein
Will ich gehören!

Und trifft die Klage der Welt mein Ohr,
Will ich's verschliessen,
Sperren mein Haus und sperren mein Thor,
Und göttlich geniessen! –

- Joseph Christian von Zedlitz 1790-1862, österreichischer Schriftsteller -




Ungewisses Licht

Bahnlos und pfadlos, Felsen hinan
Stürmet der Mensch, ein Wandersmann:
Stürzende Bäche, wogender Fluß,
Brausender Wald, nichts hemmet den Fuß!

Dunkel im Kampfe über ihn hin,
Jagend wie Heere, die Wolken ziehn;
Rollende Donner, strömender Guß,
Sternlose Nacht – nichts hemmet den Fuß!

Endlich, ha! endlich schimmert's von fern!
Ist es ein Irrlicht, ist es ein Stern?
Ha, wie der Schimmer so freundlich blinkt,
Wie er mich locket, wie er mir winkt!

Rascher durcheilet der Wandrer die Nacht,
Hin nach dem Lichte zieht's ihn mit Macht!
Sprecht mir, sind's Flammen, ist's Morgenroth?
Ist es die Liebe – ist es der Tod?

- Joseph Christian von Zedlitz 1790-1862, österreichischer Schriftsteller -




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